Dienstag, 17.09.2019 10:32 Uhr

Wie im Meisterrausch: Eisbären jagen Bullen aus der Arena

Verantwortlicher Autor: Richard J. Flohr Berlin, 19.03.2019, 14:32 Uhr
Presse-Ressort von: ConCom-Sports Bericht 3462x gelesen

Berlin [ENA] Mit einem verdienten und nie gefährdeten 4:0 (2:0, 2:0, 0:0)-Sieg jagten die Eisbären Berlin vor 13.511 begeisterten Zuschauern die Red Bulls München aus ihrer Mercedes-Benz-Arena. Damit glichen sie die DEL-Viertelfinalserie zum 1:1 aus. Am Sonntag steht Spiel drei in Bayerns Metropole auf dem Plan. Man darf gespannt sein, wie der Titelverteidiger den heutigen Dämpfer verdaut.

Mit der Bürde von sechs verlorenen Spielen in Folge gegen den amtierenden Meister mußten die Bundeshauptstädter das Unternehmen Titel-Rückeroberung in eigener Halle aufnehmen. Dabei sorgten ihr sich rechtzeitig leerendes Lazarett, die klar gewonnene Qualifikation für das Viertelfinale gegen Straubing sowie ihr starker Auftritt in Spiel eins, das nach zweimaliger Führung erst in der Verlängerung verloren wurde, für Hoffnung am Spreeufer. Umgekehrt kam München mit breiter Brust und der Selbstverständlichkeit des Seriensiegers zum früheren Dauer-Champion.

Entschlossenheit und konsequentes Powerplay als Siegbringer

Und so gestaltete sich auch das Spiel: Während die Landeshauptstädter anfangs in gewohnter Routine ihren Gegner an der Spielentwicklung hinderten, warfen die Eisbären ihre Entschlossenheit und unbedingten Siegeswillen mehr und mehr in die Waagschale. Schon ihr erstes Überzahlspiel nutzten sie folgerichtig im bissigen Nachschuß zum ersten Powerplaytor im vierten Playoff-Spiel durch Sean Backman. Als Sinnbild der Münchner Nachlässigkeiten an diesem Abend dient Austin Ortegas Treffer zum 2:0. In der rechten Ecke ließ ihn Patrick Hager frei gewähren, und der US-Amerikaner bedankte sich, indem er unbehelligt vor das Gästetor ziehen und allein gegen Nationalkeeper Danny aus den Birken einnetzen durfte.

Unbedrängt von Bullen-Gegenwehr fiel auch das wunderschön herausgespielte 3:0 der Hausherren durch Brendan Ranford, wiederum in Überzahl. Von Jamison Macqueen von der blauen Linie bedient, konnte er parallel zur Torlinie fahrend aus den Birken umkurven und die Scheibe locker mit Rückhand ins freie Tor schlenzen. Schon eine Minute später sorgte Backman bei einem schnell und zielstrebig vorgetragenen 2-1-Konter mit einem satten, 117 km/h schnellen Schlagschuß durch die Beine aus den Birkens für die frühe Entscheidung. Erst danach besann sich der Titelverteidiger auf seine spielerischen Qualitäten und kam durch Matthew Stajan in der 38. Minute immerhin zu einem Pfostentreffer.

Unüberwindbarer Rückhalt seines Teams: Eisbär Kevin Poulin

Tatsächlich arbeiteten die Oberbayern anschließend noch mächtig an ihren statistischen Werten. Doch ihre 40:27 Schüsse auf das Tor waren entweder nicht zwingend genug oder wurden von einem glänzend aufgelegten Kevin Poulin im Eisbären-Gehäuse sämtlich zunichte gemacht. Die Chancenlosigkeit an diesem Abend entlud sich bei den Gästen in ungewohnten Disziplinlosigkeiten, die ihnen zwei Spieldauerdisziplinarstrafen und zwei Disziplinarstrafen einbrachten. In einer eigentlich fairen und recht körperlos geführten Partie kamen einige Red Bulls offenbar mit ihrer ungekannten Machtlosigkeit nicht zurecht.

Münchens Coach Don Jackson konnte sich anschließend auch nicht erinnern, je eine solche Niederlage in Playoff-Spielen erlitten zu haben und sprach insbesondere die ungewohnte Situation an, mit einem 0:4-Rückstand in eine Drittelpause gehen zu müssen: „Das hat es in der ganzen Saison nicht gegeben. Doch Berlin war das insgesamt bessere Team. Glückwunsch an Stephan Richer und seine Mannschaft!“ Positiv wertete er die Tatsache, auch nach dem Rückstand nicht aufgegeben und eine positive Schußstatistik erzielt zu haben. Berlins Trainer Stephane Richer war „sehr stolz auf die Mannschaft. Sie hat konzentriert und diszipliniert gespielt. Und ‚Top‘ war natürlich Kevin Poulin.“ Tatsächlich stach der Goalie sein Gegenüber an diesem Abend klar aus.

TORE: 1:0 (9.) Backman (Dupont, Sheppard) 5-4, 2:0 (17.) Ortega (Aubry, Ranford), 3:0 (26.) Ranford (Macqueen) 5-4, 4:0 Backman (27.)(Noebels, Wissmann); STRAFEN: Berlin 12, München 22 + 10 Seidenberg + 10 Christensen + SD Eder + SD Mitchell; ZUSCHAUER: 13.511; HSR: Schrader, Schukies; LSR: Cepik, Merten; SCHÜSSE auf das Tor: 27:40

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